Satzungen
des Familienverbandes des Geschlechtes Schneider,
das von dem im Jahre 1543 verstorbenen und in Podebuls bei Würchwitz im Kreise Zeitz ansässig gewesenen Frantz Schneider abstammt.

§1.

Name: Familienverband Schneider  Stammhaus Podebuls. Die Verbandsmitglieder führen das Wappen des Familienverbandes: Von Silber und Rot geviert. In 1 und 4 ein rotes gestieltes Kleeblatt. Auf dem rot/silber bewulsteten Helme mit rot/silbernen Decken das Kleeblatt zwischen zwei Rot über Silber, und Silber über rot geteilten Büffelhörnern.

§2.

Zweck des Verbandes ist die Erhaltung und Pflege der Überlieferungen des Geschlechtes, des Zusammenhaltes der Verbandsmitglieder und die Unterstützung bedürftiger Verbandmitglieder, letztes, sobald ein ausreichender Grundstock gesammelt ist.

§3.

Mitglied des Verbandes sind alle Nachkommen des im Jahre 1543 verstorbenen und in Podebuls bei Würchwitz im Kreise Zeitz ansässig gewesene Frantz Schneider im Mannesstamme, deren Abstammung von dem Genannten lückenlos nachgewiesen ist und deren Ehefrauen; die weiblichen Nachkommen des genannten Frantz Schneider, soweit sie geborene Schneider sind und ihre Abstammung von Frantz Schneider lückenlos nachgewiesen ist.
Die Mitgliedschaft ist damit erworben, wenn sie nicht ausdrücklich abgelehnt wird.
Der Familienrat kann indessen die Aufnahme ablehnen, falls die Voraussetzungen vorliegen, unter denen ein Mitglied ausgeschlossen werden kann.
Der Familienrat kann das Erlöschen der Mitgliedschaft beschließen, wenn ein Mitglied des Verbandes sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, welches das Ansehen des Geschlechtes und/oder das seines Namens schädigt.
Gerichtliche Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte hat das Erlöschen der Mitgliedschaft ohne weiteres zur Folge

§4.

Die Leitung des Verbandes liegt dem Ältesten, zurzeit Conrad Schneider, Schleinitz, ob, der gelegentlich eines Familientages einstimmig gewählt wurde.
Künftig wird der Älteste bei Freiwerden der Leitung durch den Familienrat berufen. Bei Stimmgleichheit entscheidet in diesem Falle die Stimme des ältesten Mitgliedes des Familienrates.

§5.

Dem Ältesten steht ein Familienrat zur Seite, bestehend aus wenigstens vier Verbandsmitgliedern. Einem davon liegt nach Anweisung des Ältesten die Weiterführung des Stammbaumes, einem weiteren die Kassen und Rechnungsführung ob. Die Mitglieder des Familienrates werden in der Regel auf Vorschlag des Ältesten von der ordentlichen Mitgliederversammlung gewählt. Den ersten Familienrat beruft der Älteste für die Zeit bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung. Desgleich beruft er bei vorzeitigem Ausscheiden eines Mitgliedes Ersatz. Es ist anzustreben, dass die Mitglieder des Familienrates verschiedenen Familien des Geschlechtes angehören.
Nur volljährige Verbandmitglieder, die im Gebiete des Deutschen Reiches ihren Wohnsitz haben, können Mitglieder des Familienrates sein.
Bei allen Abstimmung des Familienrates entscheidet Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Ältesten nach §4, Abs. 1, abgesehen von dem im §4, Abs. 2 genannten Sonderfalle.

§6.

Regelmäßig im Laufe des fünften Jahres, das auf die letzte ordentliche Mitgliederversammlung – Familientag – folgt, ist vom Ältesten eine ordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, die nächste im Jahre 1938.
Der Älteste kann im Einvernehmen mit dem Familienrate, wenn die Erledigung wichtiger Verbandsangelegenheiten sich nicht bis zum nächsten Familientage aufschieben lässt, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.
Die Einberufung der Versammlungen erfolgt unter Mitteilung der Tagesordnung durch schriftliche, durch Aufgabe zur Post zu bewirkende Einladung unter der zuletzt aufgegebenen Anschrift. Die Einladung zur ordentlichen Mitgliederversammlung muss mindestens 10 Tage vor dem Tage der Versammlung zur Post gegeben werden. Die Einladung von Mitgliedern unterbleibt, wenn eine frühere Mitteilung an sie als unbestellbar zurückgekommen und in eine andere Anschrift schriftlich nicht angezeigt ist.
Stimmberechtigt ist jedes großjährige Verbandmitglied.

§7.

Den Vorsitz bei den Versammlungen führt der Älteste nach §4, bei dessen Verhinderung das älteste anwesende Mitglied des Familienrates. Sollten Ältester und die Mitglieder des Familienrates sämtlich verhindert sein, so wählt die Versammlung auf Vorschlag des ältesten anwesenden Verbandsmitgliedes den Vorsitzenden aus der Zahl der anwesenden volljährigen männlichen Verbandsmitglieder.
Die Beschlüsse der Versammlung sind durch ein hierfür vom Vorsitzenden zu bestimmendes Verbandsmitglied niederzuschreiben und durch Unterschrift des Vorsitzenden zu beurkunden.
Der Rechtsweg gegen einen Beschluss der Mitgliederversammlung oder des Familienrates ist ausgeschlossen.

§8.

Um die Weiterführung des Stammbaumes zu ermöglichen, haben alle Verbandsmitglieder die Pflicht, dem im §5 erwähnten Mitgliede des Familienrates alle Veränderungen im Familienstande, Wohnsitze oder Berufe unverzüglich mitzuteilen.

§9.

Jedes großjährige Verbandmitglied hat einen Jahresbeitrag von RM 1, zu zahlen.
Die Beiträge sind für die Jahre 1934 und 1935 bis zum 1. Oktober 1935, für die folgenden Jahre bis zum 15. Januar fällig und an das die Kasse führende Mitglied des Familienrates zu zahlen. Wenn sie drei Monate nach Fälligkeit noch nicht eingegangen sind, so wird das Einverständnis des betreffenden Mitgliedes mit der Einziehung durch Postauftrag ohne weitere Mahnung vorausgesetzt.

§10.

Den Ansammlung eines Grundstockes, der zur Unterstützung bedürftiger Verbandmitglieder, in erster Linie in Form von Reisebeihilfen zu den Familientagen, Verwendung finden kann, sollen freiwillige Spenden dienen.
Das mit der Kassenführung betraut gewesene Mitglied des Familienrates hat in jeder ordentlichen Mitgliederversammlung über Einnahmen und Ausgaben Rechnung zu legen und das Vorhandensein des Vermögensbestandes nachzuweisen.
Dem Ältesten liegt die Prüfung der vom Kassenführer zu legenden Rechnung ob. Darüber hinaus soll er alljährlich einmal eine Durchsicht des gesamten Rechnungs und Kassenwesens vornehmen.

§11.

Aus dem angesammelten Grundstocke kann der Älteste mit Zustimmung des Familienrates bedürftigen Verbandsmitgliedern einmalige Unterstützung gewähren.
Ein Rechtsanspruch auf Unterstützung besteht nicht.

§12.

Der Verband kann sich durch Aussterben des Geschlechtes auflösen oder durch einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung aufgelöst werden.
Das zur Zeit der Auflösung vorhandene Verbandsvermögen fällt an den Landkreis Zeitz oder dessen Rechtsnachfolger. Keinesfalls an einzelne Personen, auch nicht durch Satzungsänderung.

 

Zeitz/Jena, im April 1935
Ältester und Vorsitzender des vom Familientag 1933 mit Aufstellung der Satzung betrauten Ausschusses:
Conrad Schneider, Schleinitz
Mitglieder des mit Aufstellung der Satzung betrauten Asschusses:
Otto Schneider, Jena-Zwätzen
Wilhelm Schneider, Zeitz.